Das Rezept zum Aufbau einer echten Marke

Wir leben in einer Zeit in der die ganze Welt von der immensen Bedeutung von Marken spricht. Es hat sogar den Anschein, als könnte eine Firma ohne Marke nicht existieren, zumindest wenn man mit Verkäufern oder Medienfachleuten spricht.

So stellen Sie sich Ihr Rezept zum Aufbau einer Marke selbst zusammen !

Diese Meinung wird von diversen Magazinen oder Tageszeitungen in unzähligen Artikeln und Diskussionen noch gefördert, z.B. mit der regelmäßigen Auflistung der wertvollsten Marken der Welt und deren Wert. Mittlerweile sprechen so viele Menschen über das Thema Marke, dass es schon wieder den Anschein hat ein Geheimnis zu sein, wie eine Marke systematisch aufgebaut werden kann.

 

 Dipl.-Wirtsch. Ing. (FH) Rolf Popp

Dabei sind aus meiner, analytischen Sichtweise, nur wenige Zutaten nötig, um ein erfolgreiches Rezept zum Markenaufbau zu erstellen.

Was ist eine Marke, die wirtschaftlich wertvoll ist ?

Eigentlich kann dies nur eine Marke sein, die für sich alleine genommen positive Auswirkungen auf ein Unternehmen bewirkt.

Einerseits ist eine Marke ein fließender Prozess, beginnend von keiner Bedeutung, über etwas Bedeutung bis hin zu der Marke die wir uns alle wünschen, eine Marke aufgrund derer Umsätze ohne unser Zutun generiert werden, oder aufgrund derer unsere Kosten ohne unser Zutun minimiert werden. Andererseits unterliegen auch Marken Schwankungen. So kann es durchaus vorkommen, dass das Potenzial von Marken nicht voll genutzt wird, ebenso wie die Tatsache, dass der Wert einer Marke häufig überschätzt wird.

Die Bedeutung der normalen Marke wird regelmäßig überschätzt !

Machen Sie den Praxistest. Würde ein Kunde Ihr Produkt nur deswegen kaufen, weil Ihre Firma oder Produkt einen gewissen Namen hat ? Wenn ja, dann verfügen Sie über eine echte Marke, was natürlich ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist. Oder ist Ihre Marke eher ein Erkennungszeichen für Ihre Firma oder Ihre Produkte, und dient damit als Akzeptanzauslöser zur Anbahnung von Geschäftskontakten. Dies ist, aus meiner Erfahrung, in der Praxis eher der Normalfall. In solchen Fällen empfehle ich den Werbeetat auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

Nehmen wir das Beispiel der Firmen Google und Facebook. Beide gehören heute unbestritten zu den erfolgreichsten Marken der Welt, obwohl diese vor wenigen Jahren noch nicht existierten. Wenn wir ganz genau hinschauen, dann sind diese Marken nicht deswegen so erfolgreich weil zuerst der Markenname da war, sondern weil einzigartige Ideen, aktuelle Kundenbedürfnisse oder moderne Konzepte und Technologien angeboten wurden, bzw. dahinter stehen. Häufig sind solche Firmen auch die ersten, die etwas Neues anbieten oder tun. Bei weniger stark ausgeprägten Marken handelt es sich vielfach um Qualitäts-, Prozess- bzw. Logistikoptimierungen. Häufig sieht man auch, die in den meisten Fällen wenig aussagekräftige Idee, eine Marke mit der bisherigen „Lebensdauer“ einer Firma zu begründen.

Insgesamt kann erkannt werden, dass ein einfacher, einprägsamer Name sicher besser beim Kunden aufgenommen und behalten werden kann, als eine komplizierte Buchstabenfolge.

Das Rezept für eine echte Marke !

Meine Empfehlung zum Aufbau einer echten Marke lautet daher:

Suchen Sie sich einen einfachen, einprägsamen Namen, möglichst unterstützt durch ein Bild o.ä. um noch einprägsamer zu sein. Anschließend müssen Sie möglichst revolutionäre Technologien, Neuheiten oder besondere Kundenbedürfnisse abdecken, oder deutliche Kostenreduzierungen beim Kunden bewirken. Bestes Beispiel für diesen Ansatz ist die Firma Apple. Wenn Sie dann noch Gefühle ins Spiel bringen, wie Steve Jobs der Gründer von Apple dies tat, dann wird Ihre Marke ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil.

Ein deutliches Signal, dass Sie auf dem richtigen Weg sind, spiegelt das Interesse der Kunden bzw. der Öffentlichkeit an Ihren Aktivitäten.

Das Rezept für eine echte Marke als Wettbewerbsvorteil, enthält daher aus meiner Sicht drei wichtige Elemente. Innovationen in Kombination mit einem möglichst leicht zu merkenden Namen bei gleichzeitigem „Unterheben“ von Gefühlen.

P.S. Werbung, oder besser formuliert Propaganda, sollte aus meiner Sicht, frühestens beim Unterlegen und Einbringen von Gefühlen mit ins Spiel kommen. Vorher sollten alle nötigten Basis-Zutaten
vorhanden sein, sonst hilft auch die beste Werbung nur wenig. Oder anders ausgedrückt, ohne echte Innovationen bzw. Besonderheiten muss viel Werbung betrieben werden, bei zweifelhaften Erfolgsaussichten.

Viel Erfolg bei Ihrer Rezeptur !

Dipl.-Wirtsch. Ing. (FH) Rolf Popp

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