Wettbewerbsvorteile für Europa – Wie der Phönix aus der Asche

Aus aktuellem Anlass.

Die aktuelle Krise ist die Konsequenz aus dem Handeln vieler Generationen, die Politiker gewählt haben, um selbst ein möglichst gutes Leben für den jeweiligen Zeitpunkt zu haben. Unbekümmert, ohne Blick auf die Konsequenzen, eben wie Banken die gierig Gewinne produzieren wollen, oder wie die Götzenanbetung an die Atomkraft und dem verschließen der Augen vor dem Atommüll.

Kommt es zu ersten Konsequenzen aus diesem Handeln, wie in Fukushima, oder aktuell in Griechenland, muss spätestens jetzt und konsequent gehandelt werden, auch wenn dies dem bisherigen, prallen Leben deutliche Einschränkungen abverlangt. Gleichzeitig ist es ein Wink mit dem Zaunpfahl für alle anderen, auch für uns – Schulden in zu hohem Maße sind nichts Gutes und können alles zerstören, was in den letzten Generationen aufgebaut wurde.

Wie die Generationen vor uns, haben wir heute die Möglichkeit zu handeln – nur, irgendwann muss man es einmal tun, sonst ist es zu spät.

Akutmaßnahmen:

1. Kosten senken, wo immer es vertretbar ist

2. Umsätze schaffen, wo immer es möglich ist

3. Alles, nicht „betriebsnotwendiges“ Vermögen veräußern

Weiterführende Aufgaben

4. Neue, nötige Strukturen und Organisation schaffen

5. Umsetzung, Investitionstätigkeit und Controlling durch übergeordnete Stelle koordinieren und Kontrollen.

6. Maßnahmen treffen damit die bisherigen Fehler nicht nochmal gemacht werden können.

7. Weiterbildung und Weiterentwicklung der Menschen, damit diese die Aufgaben aus den Punkten 1 bis 5 selbst übernehmen können.

Das ist ein Prozess der sich zwar über das ein oder andere Jahr hinzieht, am Ende steht aber eine neue, moderne Organisation die der Zeit und den Bedürfnissen angepasst ist und den künftigen Generationen wieder Hoffnung gibt.

Natürlich wird es zunächst so sein, dass ein großes Gejammer hier und da aufkommt. Rückzieher in der konsequenten Umsetzung helfen hier aber nicht, denn es wird auf sehr hohem Niveau gejammert.

Eine konsequente Umsetzung der Sanierung ist unerlässlich.

Gleichzeitig muss es die Aufgabe von Partnern sein, die oben genannten Aufgaben schnell und intensiv zu unterstützen. Nicht kostenlos, sondern angemessen, gegen Sicherheiten, Vergütung o.ä. und vor allem aber nur dann, wenn die genannten Punkte konsequent und in der nötigen Härte von den Betroffenen mitgetragen und umgesetzt werden.

Hilfe bieten, wenn Hilfe akzeptiert wird.

Fehlt die Unterstützung, oder die Einsicht der Betroffenen, ist dem „Kranken“ nicht mehr zu helfen und der muss aus dem System eliminiert werden, um andere nicht zu gefährden, um zu lernen und um die Konsequenzen selbst zu tragen, aber mit dem Hinweis der möglichen Wideraufnahme in das System nach Erfüllung seiner Pflichten, was kein einfacher Weg sein wird.

Maßnahmen fühlen sich auf hohem Niveau sicher sehr hart an.

Auch für Patienten im Anfangsstadium einer ernsthaften Krise wie z.B. Italien, sind die Punkte 1 bis 7 zwingend umzusetzen. Vorbeugend müssen vor allem die Punkte 4 bis 7 umgesetzt werden, wobei der Blick auf die Punkte 1 bis 3 ständig gewahrt bleiben muss.

Geschwüre unseres Lebens müssen in einer Operation entfernt werden.

Ich wage die Behauptung, dass kein europäisches Land arm ist, insbesondere nicht Griechenland. Staatsvermögen, egal welches muss zur Disposition stehen, Ländereien, Inseln, Goldreserven, Staatsunternehmen usw. Insbesondere Griechenland könnte sich dadurch zu einem neuen Tourismus-Giganten entwickeln und einen neuen Wohlstand ins Land bringen. Über die Zukunftsfähigkeit mache ich mir keine Sorgen – sie liegt in unseren Händen. Würde im Übrigen ein Land wie Italien Goldreserven massiv auf dem Markt werfen und damit Schulden abbauen, dann wäre auch der Goldpreis wieder da wo er hingehört und der Welt wäre auch wieder bewusst, dass man mit 31 g gelben Metalls, kein Auto kaufen kann.

Bei den Kosten fällt natürlich sofort die Rückzahlung von Staatsschulden ins Blickfeld, als Auslöser der aktuellen Krise. Per Gesetz sind hier Einschnitte zu beschließen, die eine Teilrückzahlung von Staatsanleihen beschließt, in Anlehnung an das argentinische Vorgehen. Damit tragen vor allem die die Bürde, die dazu beigetragen haben, dass es so weit kam und die, die durch Spekulation und Blindheit diese Finanzanlagen gekauft haben. Gehaltskürzungen im Staatsapparat und sonstige Kürzung sind natürlich ebenso nötig.

Umsätze können z.B. über die MwSt. Erhöhung kurzfristig und schnell erzeugt werden, auch über Erhöhung sonstiger Steuern für Spezialgruppen. Eine Reichensteuer, wie in Italien aktuell geplant ist, ab einem Einkommen ab 500 T€ p.a. ist dagegen lächerlich, da prozentual betrachtet hier wohl kaum sehr hohe Zahlen erreicht werden und der Effekt verpufft, zugunsten der nächsten Wahl. – hier kann heute schon erkannt werden, „the same procedure as everytime!“ – reine Augenwischerei.

Sicher ist diese Vorgehensweise hart, aber wie im wirtschaftlichen Leben auch, unumgänglich.

Eine neue, glanzvolle Zukunft ist möglich.

Und schafft man damit den „turn around“, dann steht dem Gang in eine neue, glanzvolle Zukunft nichts mehr im Wege.

P.S. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Betroffene schnell wieder in alte Muster verfallen. Eine langfristige, externe Betreuung ist daher unerlässlich. Dies könnte Europa übernehmen, damit würde auch der europäische Gedanke einen neuen Level erreichen. – Aber vielleicht ist das ja schon so angedacht.

Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH) Rolf Popp

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